60 Jahre Trial-Alpenpokal – und noch lange nicht im Leerlauf
18 Wertungsläufe, viele starke Leistungen und jede Menge Gesprächsstoff im Fahrerlager: Der Trial-Alpenpokal hat 2026 seinen 60. Geburtstag gefeiert. Beim Finale der MSG Sulzberg am 31. Oktober wurden die letzten Punkte eingesammelt, anschließend ging es zur gemeinsamen Jahressiegerehrung. Die Motorräder hatten Feierabend, die Fahrerinnen und Fahrer noch lange nicht – schließlich gab es eine ganze Saison zu besprechen und die Sieger zu feiern.
60 Jahre Alpenpokal, das sind auch 60 Jahre Vereinsarbeit, Nachwuchsförderung und Menschen, die für ihren Sport anpacken. Manche haben hier ihre ersten Sektionen gefahren, andere sind seit Jahrzehnten dabei. Und im Fahrerlager treffen sich alle wieder: zum Fachsimpeln, gegenseitigen Helfen und natürlich für die Erklärung, warum ausgerechnet dieser eine Fuß wirklich nicht nötig gewesen wäre.
Einmal durch die Saison – mit allem, was dazugehört
Ende März machte der 1. Münchner Trial Club mit zwei Läufen den Anfang. Im April ging es beim MC Peißenberg und beim fünften Zirbelnußtrial des MC Augsburg gleich weiter. Drei engagierte Veranstalter sorgten dafür, dass die Winterpause schnell vergessen war und der Kampf um die Meisterschaftspunkte Fahrt aufnahm.
Beim MSC Steingaden gehörte neben dem Motorrad auch die Regenjacke zur wichtigen Ausrüstung: Auf einen sonnigen Samstag folgte ein Sonntag mit reichlich Wetterprogramm. Fahrer und Helfer mussten sich umstellen – ein Wochenende, an dem Durchhalten genauso gefragt war wie eine saubere Linie.
Der MSC Röhrnbach lud im Mai zum 94. und 95. ADAC Bayerwald-Trial nach Reisersberg ein. Im Juni folgte das 41. Walkarts-Trial des AMC Kempten in Waltenhofen. Allein diese Zahlen sagen viel darüber, wie lange und verlässlich die Vereine unseren Sport schon am Laufen halten.
Im Juli ging es Schlag auf Schlag: Bei der MTG Kiefersfelden waren Gefühl und Konzentration gefragt, beim MSC Engelsberg sorgte vor allem der Nachwuchs für Spannung. In Klasse 6 musste an beiden Tagen ein Stechen entscheiden. Da dürften die Nerven am Sektionsrand kaum weniger beansprucht worden sein als auf dem Motorrad.
Beim MSC Jura Heideck traf dann Nord auf Süd. Gemeinsam mit dem Jura-Trial-Pokal gingen knapp 130 Fahrerinnen und Fahrer pro Tag an den Start. Ein sportlicher Vergleich, auf den sich viele freuen – und bei dem hinterher ganz sicher niemandem der Gesprächsstoff ausgeht.
Im September brachten der AMC Unterthingau und die RG Allgäu-Kempten gemeinsam den Alpenpokal und die Bayerische Trial-Meisterschaft in Kraftisried zusammen. Das zusätzliche Finale vor Publikum war ein besonderes Schmankerl. Helfer aus befreundeten Vereinen packten mit an: Genau so funktioniert Trialsport. Den Saisonabschluss übernahm die MSG Sulzberg mit dem letzten Lauf und der anschließenden Jahressiegerehrung.
Diese Fahrer stehen 2026 ganz oben
Nach 18 Läufen und vier Streichergebnissen standen die Klassensieger fest: MC Augsburg mit 185 Punkten den Tobias Janitschke vom AC Garmisch-Partenkirchen gewann Klasse 2 mit 1.355 Punkten. Sein Vereinskollege Dennis Grothues sicherte sich Klasse 3 mit 1.115 Punkten. In Klasse 4 holte Niklas Seifert vom 1. Münchner Trial Club mit 1.120 Punkten den Gesamtsieg.
Richtig eng wurde es in Klasse 5: Felix Schreiber setzte sich mit 1.220 Punkten gegen seinen Vereinskollegen Paul Seitz mit 1.170 Punkten durch – beide vom TuS Fürstenfeldbruck. Klasse 6 gewann Florian Vogt vom MC Augsburg mit 1.235 Punkten. In der Automatikklasse 7 stand Matthias Geidobler vom MSC Engelsberg mit 1.205 Punkten ganz oben. Den Sieg bei den Senioren in Klasse 8 holte Erich Schoder vom MC Peißenberg mit 1.220 Punkten.
Herzlichen Glückwunsch an alle Sieger und Platzierten! Ein Applaus gehört aber genauso denen, die ihre erste Saison geschafft haben, in eine schwierigere Klasse aufgestiegen sind oder endlich die Passage fahren, vor der sie im Frühjahr noch ordentlich Respekt hatten. Auch das sind Erfolge – selbst wenn dafür kein Pokal im Regal steht.
Auch außerhalb der Region ordentlich unterwegs
Die südbayerischen Fahrerinnen und Fahrer hatten auch über den Alpenpokal hinaus einiges zu feiern. Tobias Janitschke gewann den Deutschen Trial-Cup der Klasse 2. Marco Laure wurde Dritter der Trial3-Weltmeisterschaft und gewann mit Magdalena Hubner die Challenge des Nations. Alois Thoma und Oliver Wengler holten in der Senioren-Europameisterschaft die Plätze eins und zwei.
Beim ADAC Bundesendlauf verteidigten Niklas Seifert, Tobias Janitschke, Andreas Wegner und Timo Kapfer mit Mannschaftsbetreuer Charly Baptist den Titel für den ADAC Südbayern. Punktgleich mit Württemberg entschieden am Ende die mehr gefahrenen Nuller. Viel knapper geht’s kaum – umso schöner, wenn es am Ende reicht!
Ein großes Danke an die Mannschaft hinter den Fahrern
Ohne unsere Veranstalter und ihre Helfer gäbe es keine Saison. Lange bevor der erste Motor läuft, werden Genehmigungen organisiert, Sektionen gebaut und unzählige Kleinigkeiten erledigt. Und wenn die letzten Teilnehmer nach Hause fahren, wird noch aufgeräumt. Dafür ein ganz großes Dankeschön an alle ausrichtenden Vereine und ihre Teams!
Das gilt genauso für Punktrichter, Sportwarte, Nennbüros, Auswertung und Bewirtung sowie für Grundstückseigentümer, Gemeinden und Unterstützer vor Ort. Viele stehen selten auf einem Siegerfoto, haben aber einen großen Anteil daran, dass wir überhaupt fahren können.
Danke auch an Eltern, Familien, Trainer und Wasserträger: fürs Fahren, Schrauben, Mitdenken und Mutmachen. Und dafür, nach einem gebrauchten Tag die richtigen Worte zu finden. Ein Dank geht natürlich auch an alle Aktiven für ihren Einsatz, ihre Fairness und die gegenseitige Hilfe im Fahrerlager.
Besonders bedanken wir uns beim langjährigen Sponsor Goaßstall für die treue Unterstützung und beim ADAC Südbayern für die Förderung unserer Veranstalter und Sportler. Auch Nadja Hafner und das Team der Sportabteilung helfen im Hintergrund mit, dass vieles möglich wird.
60 Jahre Trial-Alpenpokal – darauf dürfen wir gemeinsam stolz sein. Danke an alle, die dieses Jubiläumsjahr mit Leben gefüllt haben. Jetzt dürfen die Stiefel kurz trocknen und die Motorräder etwas Pflege bekommen. Und dann sehen wir uns wieder im Fahrerlager!











